#11 Was es bedeutet aus dem Herzen heraus zu leben.

Aktualisiert: 4. Okt. 2021


In vier Schritten zu mehr Weite in Dir.

 

Hallooohooo,


ich habe mich gerade gefragt, wie es Dir geht und wo Du gerade in Deinem Leben steckst.

Ich beschäftige mich zur Zeit sehr intensiv mit dem Thema "aus dem Herzen heraus zu leben", "auf zu machen", "sich zu zeigen", "ganz ich zu sein".

Liest sich super, doch was steckt eigentlich in der Tiefe dahinter?


Wie Du vielleicht weißt, gehe ich jetzt gerade meinen sehr eigenen Weg mit dem Aufbau von meinem Unternehmen mit Coaching und Yoga und habe mich dazu 2019, nebenberuflich, selbstständig gemacht. Das ist nicht über Nacht entstanden und auch nicht die Entscheidung dazu! Es war kein langfristig vorbereiteter Plan. Alles hat sich nach und nach so ergeben.


Ich habe einen etwas längeren Prozess hinter mir, der mit einer inneren Reise zu tun hat, die, gefühlt gerade erst anfängt. Lange, lange habe ich mir nicht erlaubt zu leben was in mir steckt und das hat sich sehr, sehr starr angefühlt.

Und obwohl ich schon immer alles getan habe, was ich wollte und das dann auch erreicht habe, entstand das aus einer ganz anderen Energie heraus als heut.


Ich habe lange beim Film gearbeitet und bin damals überzeugt gewesen, dass ich das tun wollte. Man könnte sagen, ich bin sehr gezielt vorgegangen und habe auch mein Studium bewußt nur dafür gewählt, weil es mir sinnvoll erschien, damit dann als Kostümbildnerin beim Film zu arbeiten. Ich wollte irgendwann einen Oskar gewinnen, für mein Kostümbild. Kreativ war ich schon immer, habe gemalt und genäht und damit hat mir meine Logik zugestimmt, dass das dann für mich die Erfüllung sein müsste!


Als ich an den Punkt kam, dass ich tatsächlich mein erstes Mal Kostümbild gemacht hatte und damit auch noch einen sehr guten Job abgegeben habe und alle mit mir und meiner Leistung glücklich waren, war ich die einzige, die zutiefst unzufrieden und unglücklich war. Das war mein erster Wendepunkt in meiner Suche "Aus dem Herzen heraus zu leben". Ich hatte auf einmal das Gefühl, dass dieser Wunsch, Kostümbildnerin zu sein, nicht von mir kam. Ich hatte die Erkenntnis, dass ich einer Vorstellung hinterher gelaufen war, die aus einem ganz anderen Wunsch entstanden war, nämlich, dass ich Anerkennung wollte. Dass ich jemand SEIN wollte. Dass ich die Vorstellung hatte, wenn ich einen Oskar gewinne, bekomme ich Respekt und Achtung und dann BIN ich jemand.


Das war super interessant! Ich hatte also ein Bedürfnis, etwas, was sich in mir als Mangel angefühlt hat und wollte das mit etwas im Aussen stillen. Als es soweit war, dass ich diese Anerkennung bekam, war es aber nicht befriedigend für mich. Ich war sogar noch unglücklicher und fühlte mich noch weniger wichtig, als zuvor.


Zu dem Zeitpunkt wußte ich: ich habe einen Mangel in mir selbst, den ich mir nur selbst geben kann und nichts da draußen wird mir diese Lücke ausgleichen können. Ich konnte beobachten, wie mich eine Vorstellung getrieben hatte und ein Konzept von "Erfolg"unserer Gesellschaft: "was man tun sollte" und nicht, "was fühlt sich gut an". Ich hatte irgendwie aus meinem Kopf heraus entschieden und war einem Konzept nachgelaufen, anstatt auf das zu hören, was mein Herz sagt, was ICH fühle und möchte.


Ich verurteile diesen Weg nicht, denn genau der war nötig um dahin zu kommen, das überhaupt zu verstehen! Ich war an dem Punkt auch eher überrascht und sehr neugierig über diese plötzliche Wendung. Es kam nicht aus meinem Kopf über das Denken zu mir, sondern tiefer aus mir heraus und plötzlich, ohne darüber gezielt nachgedacht zu haben. Es hat mich nicht frustriert, eher wach, klar und dankbar gemacht. Ich wußte einfach jetzt, da gehe ich nicht weiter.


 

Also, Punkt eins, um aus dem Herzen heraus zu leben, ist:


FÜHLE DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN KOPF UND HERZ.

BEOBACHTE. WIE FÜHLT ES SICH AN, ETWAS AUS DEM KOPF HERAUS ZU ENTSCHEIDEN? WIE FÜHLT ES SICH AN, ETWAS AUS DEM HERZ HERAUS ZU ENTSCHEIDEN?


 

Natürlich gibt es auch Phasen, wenn Du Deiner Herzensangelegenheit nach gehst, wo es anstrengend ist, Du Enge spürst und starr und verbissen bist. Aber mal ehrlich, was ist oft in diesen Momenten in dir Los? ...beobachte das mal ganz genau und vielleicht merkst Du in diesen Situationen, dass Dein Kopf gerade das Steuer übernommen hat, wenn eigentlich jetzt Dein Herz dran ist.


Auch treffend finde ich hier die Vorstellung, aus dem Yoga, von der männlichen und der weiblichen Energie in uns, um Dir ein besseres Bild zu liefern.

Die männliche Energie ist mit dem Denken, der Ratio und dem nach vorne gehen, aktiv werden verbunden (Pingala; kannst Du mit dem Sonnengruß aktivieren) und die weibliche mit dem loslassen, Intuition, in sich gehen, dem fließen und dem einfach Sein (Ida; kannst Du mit dem Mondgruss aktivieren). Nichts davon ist schlechter oder besser aber wenn nur eines regiert, dann treffen wir auch einseitige Entscheidungen. Beides in Balance ist wunderbar!


Und ich denke es gibt Bereiche, in denen die Eine oder die Andere Energie gerade eher passt. Im Fall von "aus dem Herzen heraus zu leben" ist es notwendig, dass Du zuerst in Dich gehst und fühlst, Dich mit Dir verbindest, um zu erkennen, was Du brauchst und dann aus der männlichen Energie heraus in die Pläne und die Umsetzung zu kommen und los zu gehen. In den Phasen der Umsetzung geht es wechselhaft dann weiter, zwischen Herz und Kopf, (weiblich/ männlich) denn es ist eine Kombination von fließen lassen/ Loslassen UND planen/ tun.


So gesehen, ist es vielmehr so, dass, wenn es sich starr und verbissen anfühlt, Du gerade in der unpassenden Energie unterwegs bist, wo Du hier gerade die andere brauchst. Und so kann es auch sein, dass Du Ideen nicht aus dem Weiblichen heraus kommen lässt (auch oft als Herz in Verbindung gesetzt) sondern Deiner männlichen Energie folgst (oft auch mit Kopf verglichen). Deine männliche Energie oder Kopf, hat aber einfach andere Eigenschaften, die wiederum in anderen Bereichen gebraucht werden, wo die weibliche Energie fehl am Platz ist.


Stell Dir nur mal vor, Du willst Joggen gehen und bist in Deiner Weiblichen Energie , dann wirst Du mit Wahrscheinlichkeit auf der Couch landen. 😄


(>>Veit Lindau hat dazu gerade ein spannendes Buch heraus gebracht, wenn Du mehr zu der weiblichen und der männlichen Energie lesen möchtest. Es heißt "Genesis" und ich verlinke es dir gerne in den Show Notes. Das ist keine Werbung sondern einfach eine persönliche Empfehlung, von mir für Dich!)


 

Punkt zwei ist also, auf Deinem Weg zu einem "Leben aus dem Herzen heraus":



GLEICHE DEINE ENERGIEN AUS UND WERDE DIR BEWUSST WELCHE GERADE DA IST UND WELCHE DU BRAUCHST.


 

Seit dem ist viel passiert, obwohl ich erst heute im Rückblick verstehe, was es mit den Energien auf sich hat, aus denen ich heraus handle. Damals hab ich sie als Kopf und Herz bezeichnet, das hat für mich gepasst und Du kannst das natürlich für Dich so machen wie Du willst.


Mit dem Beschluss, der erst ein paar Jahre später kam, dass ich Yoga unterrichten und Coachen wollte, war plötzlich auch viel Scham da, Selbstzweifel und Angst "Was denken die Anderen?" "Werde ich jetzt als eso abgestempelt und komme in eine Schublade?" "Kann ich das überhaupt?" "Bin ich gut genug?" "Das machen doch auch schon so viele andere."


Ich stand auf einmal da, mich zu zeigen und damit kamen viele Fragen auf, wer ich bin und wie?


Ich kann Dir nur sagen, auch das ist zwar mit sehr unangenehmen Gefühlen verbunden, aber es ist super, weil es Dich von innen heraus noch weiter klärt und alle Schichten, Glaubenssätze und Schutzschilde abträgt.